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Zwischen Abscheu und Ergötzen. Vom Mythos der La Strage degli Innocenti: Guido Reni, Giambattista Marino und Barthold Heinrich Brockes

Text und Bild, Hören (Lesen) und Sehen (Betrachten), unterschiedliche Zeiten und Sprachen, die im folgenden zusammengerückt und untersucht werden, führen auf einen Punkt der Gemeinsamkeit zu, von dem aus sich eine freiere Weltsicht gewinnen läßt. Es ist die Sicht auf eine Weltanschauung in ihrer Entstehung und Entwicklung, Übernahme und Ablehnung. Anders gesagt: Es ist der Blick auf die Kultur- und Mentalitätsentgrenzung der europäischen Lande, besonders zwischen denen Italiens und Deutschlands. Ein besonders hinreißendes Beispiel für diesen grenzöffnenden Austausch ist die intensive Begegnung zwischen Albrecht Dürer und Giovanni Bellini. Der europäische Austausch betrifft ebenso Italiener, die nach Deutschland ziehen, wie Deutsche, die nach Italien ziehen. Auf deren Reisen verwickeln sich Stränge der Kultur, deren Analyse tiefere Einblicke – hier über das Verhältnis des Hamburger Patriziers Brockes zu Marino – in landübergreifende Verbindungen erlaubt. Die ebenso umfangreiche wie differenziert ausgestattete Galeria Giambattista Marinos rückt eine Reihe schwer zugänglicher Werke ins Bild. In diese Sammlung gehört, auf den ersten Blick einfach, dann aber höchst komplex und kompliziert, das Madrigal La Strage de’ Fanciulli Innocenti.

Seiten 107 - 129

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.01.2008.107

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