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Textprobleme im Ackermann-Begleitschreiben
Bald nach dem Jahr 1400 übersandte der Saazer Stadtschreiber Johannes von Tepl ein Exemplar seiner frisch vollendeten Prosadichtung Ackermann an seinen Jugendfreund, den jüdischen Maler Peter Rothers in Prag. Das aus Anlaß dieser Zusendung verfaßte lateinische Widmungsschreiben fand Aufnahme in eine umfängliche Sammlung von Musterbriefen und -urkunden des Saazer Kanzleibetriebs, die in einer aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammenden und nunmehr der Universitätsbibliothek Freiburg/Breisgau gehörenden Handschrift (Cod. 163) erhalten blieb. Der Brief erschließt sich nicht leicht, denn glattem Verständnis stellen die offenkundig von zahlreichen Abschreibfehlern beeinträchtigte unikale Überlieferung sowie die sperrige Latinität des Texts manche Hürde entgegen. Sprachlich schlecht überliefert und stilistisch gequält [...] wirkend so lautet mit gutem Recht Karl Bertaus zusammenfassendes Urteil über das Begleitschreiben im Kommentarband seiner großen Ackermann-Ausgabe. Angesichts dieser solcherart treffend umschriebenen Sachlage stand (und steht weiterhin) der tradierte Wortlaut des kurzen Prosastücks an nicht wenigen Textstellen kritisch in Frage, wie die vielen vorgeschlagenen Emendationen im einzelnen belegen. Daß noch nicht rundweg und überall von einem gesicherten Textbestand des Briefs gesprochen werden kann, sollen auch die folgenden Zeilen an einem Beispiel illustrieren.
Seiten 371 - 377
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.02.2003.371
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