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Stefan Keppler: Grenzen des Ich. Die Verfassung des Subjekts in Goethes Romanen und Erzählungen.

Bürgerliche Goetheforschung, gleich, aus welcher ideologischen Orientierung, interpretiert die Person Goethes meist aus dem Gestus von dessen auratisierender Selbstinszenierung: Als starkes Subjekt, als Paradigma der Gattung Mensch, als Persönlichkeit, das, mit hohem Aufwand zwar, die disparaten Erfahrungen der Moderne zum “ganzen Menschen” integrieren könne. Daß im Gegensatz zu dieser scheinbar selbstgewissen Sicherheit der eigenen Person verschiedene Figuren aus Goethes Erzählwerk, zwischen dem ‘Werther’-Roman und den ‘Wanderjahren’, als Menschen unbestimmbar, in ihren Identitäten sich auflösend, verschwimmend oder implodierend inszeniert werden, ist die Leitthese der vorzüglichen Dissertation Stefan Kepplers.

Seiten 170 - 172

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.01.2008.170

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