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Ruth Freifrau von Ledebur: Der Mythos vom deutschen Shakespeare. Die deutsche Shakespeare-Gesellschaft zwischen Politik und Wissenschaft 1918-1945.

Den besten Einstieg in die Thematik der Shakespeare-Instrumentalisierung während des Nationalsozialismus erhält man durch die Lektüre eines fünfzehn Jahre alten Aufsatzes derselben Verf. (ohne ersichtlichen Grund ist diese Studie aber im Literaturverzeichnis nicht aufgeführt). Bereits 1988 also widmete sich Ledebur des Themas und präsentierte hier einige der abstrusesten Tollheiten der Shakespeare-Aneignung. Wie der Dramenheld habe das deutsche Volk in den Jahren vor 1933 unter Ungerechtigkeit und Schmach (des Versailler Vertrages) gelitten. Sühne und Rache aber seien unabdingbar, damit Hamlets und des deutschen Volkes “Seele zu Genesung” komme (204f.). Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde dann für die ‘Gewaltmenschen’ Macbeth und Richard III. ein neues Verständnis entdeckt: sie sterben den “Heldentod, den schönsten Tod, den es für sie als Soldaten geben kann” (206).

Seiten 224 - 227

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.01.2004.224

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