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Rudolf Kreis: Wer schrieb das Nibelungenlied? Ein Täterprofil. Oder Die Grimassen des Sakralen und der große Mord.
Die Frage, wer der Autor des Nibelungenliedes war, ist kaum noch ein Thema der eigentlichen Forschung, wohl aber nach wie vor von Interesse für Außenseiter, die sich aus unterschiedlichen Gründen mit dem mittelhochdeutschen Epos beschäftigen. Auch Rudolf Kreis ist kein Mediävist. Er ist durch das Buch Antisemitismus und Kirche (1999) bekannt geworden, ist jedoch auch mit Arbeiten u. a. zu Heine, Wagner, Nietzsche, Kafka und Celan hervorgetreten. Für die hier rezensierte Monographie hat er eine ganze Anzahl von Untersuchungen zum Nibelungenlied herangezogen gemessen an der fast unübersehbaren Fülle der Sekundärliteratur ist es freilich nur eine sehr kleine Auswahl , von denen ihn indes keine zufriedenstellt. Denn sein Verständnis des Nibelungenliedes und die mit diesem eng verknüpfte Frage nach dessen Autor ist nirgends auch nur vorbereitet, nämlich daß das Werk bzw. seine Urfassung (S. 78) von einem hochgebildeten, polyglotten Juden verfaßt worden sei. An sich ist K. sich bewußt, daß wir dessen Namen nie erfahren werden, und es kommt ihm auch nicht in erster Linie auf ihn an. Dennoch wagt er als Antwort auf die im Titel des Buches gestellte Frage die Vermutung, daß Eleasar von Worms, dem die Kreuzfahrer Frau und Kind erschlagen und den sie selbst schwer verletzt haben, oder ein anderer aus seinem Geschlecht der Autor oder zumindest dessen Förderer gewesen sein könnte (S. 106f.).
Seiten 398 - 403
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.02.2005.398
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