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Regeneration und Identität. Das Ringen um die novela nacional oder der Roman als Reflexionsraum der Nation. Eine Problemskizze
Das Titelsignal regeneración ist als Schlüsselbegriff aus der Zeit der Moderne, vornehmlich des 19. Jahrhunderts bekannt. Es impliziert allerdings die Erfahrung eines selbstverschuldeten Mangels, der bei gezielter Anstrengung und entsprechendem Wollen behebbar wäre, nicht zuletzt weil er im Blick auf andere Nationen bereits behoben oder besser noch, gar nicht erst aufgetreten ist. Immer aber geht eine solche Erfahrung des Mangels der programmatischen Einforderung seiner Behebung voran. Wie also, wenn auch unser Titelsignal vor seinem Auftauchen als politisches Losungswort der Moderne seine diskursive Prägung bereits in der Vormoderne, vornehmlich in der Aufklärung, gefunden hätte?
Oder thesenhaft ausgedrückt: Lange bevor der regeneracionismo aus Anlass der Kubakrise 1898 als politisch soziale Reformbewegung in Erscheinung tritt, ist regeneración als Denkfigur kultureller Identität in Spanien greifbar. In der politischen Reformideologie des aufgeklärten Absolutismus erhalten die Elemente dieses Diskurses jenes politische Profil, das das Streben nach Erneuerung des kulturellen Lebens des Landes insgesamt trägt und das bis in unsere Gegenwart hinein kaum an Aktualität eingebüßt hat. Denn bis heute ist diese Form der Integration fremder Innovationen, die mit dem Anspruch moralischer Überlegenheit des Eigenen einhergeht, ein Kennzeichen spanischen Kulturtransfers geblieben.
Seiten 324 - 349
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.02.2008.324
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