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Michaela Weiss: Das authentische Dreiminutenkunstwerk. Léo Ferré und Jacques Brel Chanson zwischen Poesie und Engagement.
Die Dissertation von Weiss besteht aus zwei autonomen Teilen, von denen einer Léo Ferré (S. 49164), der andere Jacques Brel (S. 165 284) gewidmet ist. Die Autorin will die Werke Ferrés und Brels weitgehend unabhängig voneinander betrachten, da sie nicht dem einen Künstler zentrale Aspekte der Werkbetrachtung des anderen, die aber in bezug auf ihn und sein Werk nicht adäquat sind, auferlegen will (S. 285). Es muss also erlaubt sein, nach der Motivation für die Zusammenfassung beider Teiluntersuchungen in einem Band zu fragen, zumal Weiss weder unter dichterischen noch unter musikalischen Aspekten deutliche Parallelen sieht, die eine direkte Gegenüberstellung und einen Vergleich sinnvoll und lohnend erscheinen lassen (S. 16). Sie macht vielmehr immer wieder Differenzen zwischen den beiden, die sich zu keinem Zeitpunkt ihrer Karriere besonders nah standen (S. 27), geltend. Eine Verbindung zwischen Brel und Ferré sieht Weiss allerdings in der nachhaltigen Wirkung nach ihrem Tod durch Neuaufnahmen ihrer Lieder und durch den Vorbildcharakter ihrer Chansons, ihrer Auffassung vom Chanson und durch den Enthusiasmus für die Darbietung auf der Bühne.
Seiten 217 - 219
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.01.2006.217
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