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Maurice Hindle: Studying Shakespeare on Film
Wer in den ersten drei Auflagen des Shakespeare-Handbuches (1972, 1978, 1992) nach Ausführungen zu Filmadaptionen der Dramen des großen Stratforders sucht, muß sich mit neun mageren Seiten begnügen. Dieser Befund ist nicht allein dem Umstand geschuldet, daß das analysierbare Korpus damals weniger üppig ausfiel als heute, sondern hierin spiegelt sich auch die einstmals durchaus verbreitete Überzeugung wider, wieviel gerade Shakespeares Dramen bei ihrer Umwandlung in Filmscripts verlieren müssen. Robert Hapgood empfahl in seinem Beitrag für die 1986er Auflage des Cambridge Companion to Shakespeare Studies immerhin die Beschäftigung mit Verfilmungen, betrachtete diese allerdings primär als audiovisuelle Hilfsmittel für angehende Shakespeare-Adepten, bestenfalls als a vivid form of interpretative commentary für Fortgeschrittene. Inzwischen jedoch hat sich eine längst überfällige Einsicht durchgesetzt: Eine Verfilmung löst ihren literarischen Vorwurf nicht ein, sie setzt sich vielmehr mit ihm auseinander. Dementsprechend hat sich der dem Film und erstmals auch dem Fernsehen gewidmete Platz in der aktuellen vierten Ausgabe des Shakespeare-Handbuches ungefähr verdoppelt. Überdies illustriert die schon seit geraumer Zeit wachsende Zahl einschlägiger Publikationen, daß Shakespeare on film dabei ist, seinen Status als a fringe area in Shakespeare studies zu überwinden.
Seiten 419 - 421
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.02.2007.419
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