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Marie-Sophie Masse: La description dans les récits dAntiquité allemands, fin du XIIe au début du XIIIe siècle. Aux origines de ladaptation et du roman
Je saute vingt feuillets pour en trouver la fin der Umgang großer Teile der empirischen Leserschaft mit umfänglichen, den Handlungsablauf im günstigen Fall retardierenden, im ungünstigeren vergessen machenden Beschreibungstableaus ist nicht nur durch dieses Zitat (vgl. S. 7f.) verbürgt. Das hier anzuzeigende Buch, die überarbeitete Fassung der in Amiens entstandenen Dissertationsschrift der Autorin, präsentiert einleitend weitere einschlägige Voten. Es ist dies freilich eine reine Leserreaktion, und eine neuzeitliche obendrein der Zuhörer mittelalterlicher Romane reagierte offenkundig anders auf (auch exzessive) deskriptive Digressionen, und dies keineswegs nur, weil ihm nichts anderes übrig blieb, da der Vortrag den uns Lesern möglichen Seiten-Sprung unterband. Seien es die Stoffe in den berühmten Schneiderstrophen der Heldenepik, die Pferde, Mäntel, Waffen und Wappen der Artusepik, die Städte und Mausoleen der Antikenepik: die literaturtragenden Schichten, Dichter, Auftraggeber und Publika goutierten derartige Passagen als Ausweis ständischer Repräsentation und Selbstdarstellung, als Medium der Authentifizierung und mediaevalisierenden Aneignung. Für die Dichter, die sich bekanntlich nicht als Erfinder, sondern als Finder erzählenswerter matières begriffen und so den produktiven Wettstreit mit Stofftraditionen und konkreten Vorlagen aufzunehmen hatten, bot das Feld der Ekphrasen besondere Anreize. Diese und das heißt: vornehmlich die produktionsästhetische Seite des Phänomens bilden den interesseleitenden Fluchtpunkt von Masses Untersuchung, mit der sich die Autorin (eher implizit als explizit) in eine in der mediävistischen Forschung unterschiedlicher Disziplinen seit einiger Zeit (auch und vor allem im Zeichen des iconic turn) geführte Debatte einschreibt.
Seiten 361 - 364
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.02.2007.361
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