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José García de la Huerta: Cartas críticas sobre la Italia, introduzione, edizione e note a cura di Livia Brunori

Der bis heute nahezu unbekannt gebliebene José García de la Huerta (1730–1793), ein Bruder des bedeutenden Literaten und Dramatikers Vicente García de la Huerta, trat 1748 mit 18 Jahren als Novize in den Jesuitenorden ein, wurde wahrscheinlich 1757 zum Priester geweiht und musste 1767 – wie auch Juan Andrés – zusammen mit den anderen Ordensbrüdern Spanien verlassen. In Italien wählte er Bologna als neuen Wohnort, wo er gegen Ende 1768/Anfang 1769 ankam. Die durch Papst Clemens XIV. 1773 dekretierte Auflösung des Ordens war für ihn ein schwerer Schicksalsschlag, sah er sich doch nun der äußersten finanziellen Not ausgesetzt, so dass er in bitterer Armut leben musste; er starb 1793 krank und einsam in Bologna. Von ihm stammt ein merkwürdiges und zugleich interessantes Werk, nämlich die dreizehn Cartas críticas sobre la Italia, die zwischen 1776 und 1787 im italienischen Exil entstanden, uns in zwei Handschriften (Autograph in der Biblioteca Menéndez Pelayo in Santander und eine Abschrift in der Biblioteca Nacional in Madrid) erhalten sind und nun zum ersten Mal von Livia Brunori kritisch herausgegeben werden. Es handelt sich wahrscheinlich (ähnlich wie bei Montesquieus Lettres persanes) um fingierte, an einen anonymen Adressaten gerichtete Briefe, die inhaltlich im Zusammenhang der damaligen Querelle zwischen Italien und Spanien zu sehen sind und in denen der Autor in einem Vergleich der beiden Länder aus übertriebenem Patriotismus heraus leidenschaftlich Größe, Ruhm und Verdienste Spaniens hervorhebt. García de la Huerta beschreibt u.a. Landschaft und Städte Italiens, die er in drei Reisen besuchte, beschäftigt sich mit den klimatischen und ökonomischen Verhältnissen in beiden Ländern, stellt die kulturellen Errungenschaften Italiens und Spaniens einander gegenüber und befasst sich mit der Mentalität, den Sitten und Gebräuchen der beiden Völker.

Seiten 478 - 479

Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.02.2008.478

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