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Harald Tausch: Die Architektur ist die Nachtseite der Kunst. Erdichtete Architekturen und Gärten in der deutschsprachigen Literatur zwischen Frühaufklärung und Romantik.
Die Gartenkunst aber, schreibt Joseph von Eichendorff 1857 in seinen Erinnerungen Der Adel und die Revolution, hängt mit den wechselnden Phasen namentlich der eben herrschenden poetischen Literatur jederzeit wesentlich zusammen. In der Domestizierung und ästhetischen Gestaltung des Tellurischen und Vegetativen verschränken sich nicht nur materielle und symbolische Kultur, Natur und Kunst, reale und imaginierte Räume. Es bekundet sich zudem ein Zusammenhang von Raumstruktur und gesellschaftlicher Ideologie. Und damit ein Nexus zu sozialen Dispositiven der Macht. Das hat Eichendorff deutlich gesehen, wenn er im zitierten Kontext die sich und andere langweilenden Prätentiösen, den höfisch arrivierten Adel, beschreibt: Sie bewohnten wirkliche Schlösser, der Wirtschaftshof, dessen gemeine Atmosphäre besonders den Damen ganz unerträglich schien, war in möglichste Ferne zurückgeschoben, der Garten trat unmittelbar in den Vordergrund.
Seiten 172 - 175
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.01.2008.172
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