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Evert van der Starre: Curiosités de Raymond Queneau. De «lEncyclopédie des Sciences inexactes» aux jeux de la création romanesque
Das vorliegende Buch ist posthum erschienen; es wird eröffnet durch ein lesenswertes Vorwort der Herausgeber (Y. Went-Daoust, L. Van Maris und P. J. Smith), welches eine erste Besprechung des Buches darstellt, der ich mich in allen Punkten anschließe. Dieses Vorwort soll im Folgenden lediglich durch ergänzende Überlegungen erweitert werden.
Die ersten drei Kapitel dieses Buches kreisen um drei Themenkomplexe, die sehr eng miteinander verknüpft sein dürften: Die Frage, inwieweit die Werke Queneaus mit seiner Biographie in Zusammenhang stehen; die Frage nach dem Spezifischen des Humors, der im Werk Queneaus immer wieder aufscheint; und die Frage nach dem Sinn der Enzyklopädie des Wissens, die mir nach der Aufgabe des Begriffes Wahrheit gleichbedeutend zu werden scheint mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Hinzu kommt die Thematik des Romanschaffens, mit der diese Themenkomplexe sich im vierten Kapitel bei der Analyse des Begriffes Spiel in Queneaus Romanen verschränken.
Das erste Kapitel gilt der Frage, wie die Ereignisse der Biographie Queneaus in seinem Werk verarbeitet sind. Vf. weist darauf hin, dass schon in den Tagebüchern von der Unmöglichkeit, alles auch das Gleichbleibende aufzuzeichnen, die Rede ist und geht ein auf Queneaus allumfassende curiositas, seine Studien des Altgriechischen, der Astronomie und der Orientalistik. Dabei erläutert er Auch die Problematik des Falles Guénon: Queneau hat in Lektürelisten festgehalten, welche Bücher er wann las. Bestimmte Bücher des Orientalisten René Guénon behauptet er bis zu 25 Mal gelesen zu haben. Vf. stellt fest, dass diese Behauptung einige Queneau- Spezialisten und auch ihn selbst trotz der Verschiedenheit der beiden Autoren dazu veranlasste, sich intensiv mit den Büchern von Guénon zu befassen. Er kommt zu dem Schluss, dass, wenn auch das Journal 19391940 und einige Artikel nur von Guénon her verstehbar seien, die Romane Queneaus keine direkte Beeinflussung durch diesen Autor zeigen. Möglicherweise kommt aber auch in diesen Lektürelisten der Queneausche Humor zum Tragen: Ist Queneaus Behauptung sehr oft wiederholter Guénon-Lektüren womöglich ein Scherz?
Seiten 459 - 460
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.02.2008.459
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