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Die Philipps-Universität Marburg im Nationalsozialismus: Dokumente zu ihrer Geschichte. Ed. Anne Christine Nagel, bearbeitet von Anne Christine Nagel und Ulrich Sieg.
Im Sommersemester des Jahres 1929 stieg die Zahl der Studenten an der Universität Marburg auf die nach damaligem Verständnis unerhörte Zahl von 4000. Dies nahm der Marburger Oberbürgermeister Johannes Müller zum Anlaß, dem viertausendsten Studenten, Gerhard Pietroch aus Dinslaken, eine goldene Uhr als Geschenk zu überreichen. Die Studentenzahlen stiegen noch bis zum Sommersemester 1931, gingen dann aber kontinuierlich zurück. Für das Wintersemester 1931/32 vermeldete die Universitätsstatistik für Deutschland insgesamt erstmals über 100 000 Studenten. Dies weckte den Protest und die Sorge des Reichsverbandes der deutschen Industrie , der zusammen mit dem Bund angestellter Akademiker technisch-naturwissenschaftlicher Berufe e. V. einen Aufruf gegen die Überfüllung der Hochschulen formulierte (abgedruckt als erstes Dokument im besprochenen Band). Sie forderten von Eltern, Verbänden und Gesellschaft eine Reduktion der Abiturientenzahl, wiesen auf die neu installierte Mittlere Reife als Alternative hin und hofften so, einen hemmungslosen, weiteren Zustrom zur Oberstufe der höheren Schulen und damit zu den Hochschulen für die Zukunft zu unterbinden.
Seiten 219 - 221
Zitierfähig mit Smartlink: http://www.Archivdigital.info/ARCHIV.01.2004.219
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