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BESPRECHUNGEN / ROMANISCH

Margot Gramlich-Weinbrenner: Ionescos Protagonist – der Protagonist Ioneso. Unbequeme Wahrheiten und psychologische Hintergründe in Eugène Ionescos Leben und Werk

Kennzahl archiv_20090147
Arnold Arens
 
Die hier anzuzeigende Arbeit, eine von Klaus Heitmann (Universität Heidelberg) betreute Dissertation, trägt tiefenpsychologische Konzepte verschiedener Provenienz an das Werk Ionescos heran, um auf diese Weise das “eigentliche Drama” (13) zu ermitteln, das sich im Werk Ionescos “zwischen den Zeilen” (13) abspielt. Es geht um die Entschlüsselung der “emotionale(n) Botschaften des Autors” (11) sowie der in den Texten enthaltenen “seelischen Konflikte” (17), die sich – so die These der Verf’. – aus dem Leitmotiv des Autors, nämlich aus dem Verhältnis zwischen Eltern und Kind, insbesondere aus dem Verhältnis zwischen Mutter und Kind ergeben. Da sich die Untersuchung “mit bisher (...) unbeachteten Aspekten im Werk Eugène Ionescos” (17) befasst, ist Verf’. logischerweise gezwungen, hier eine textimmanente Analyse vorzunehmen. Und diese ist so angelegt, dass sie “die Reihenfolge wider(spiegelt), in der sich (...) (die) Vermutungen [= der Verf’.] verdichtet haben” (18). Ein solches methodisches Vorgehen ist vollkommen akzeptabel; es hat aber den Nachteil, dass der Leser mit einer ähnlichen Fülle von Zusammenfassungen und Zwischenbilanzen konfrontiert wird, wie man sie für sich am häuslichen Schreibtisch beim Prozess einer Hypothesenbildung anfertigt. – Die Arbeit ist in zwei etwa gleichlange Teile gegliedert. In dem ersten Teil (15–138) liefert die Verf’. eine textimmanente Interpretation des fiktionalen Werks Ionescos, und in dem zweiten Teil (139–259) untersucht sie die Biographie des Autors, wie sie sich aus seinen “biographisch, dokumentarisch und philosophisch-weltanschaulich konzipierten Aufzeichnungen” (12) ergibt.
(Seite 223 - 226)
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