BESPRECHUNGEN / GERMANISCH UND DEUTSCH
Helmut Tervooren (unter Mitarbeit von Carola Kirschner und Johannes Spicker): Van der Masen tot op den Rijn. Ein Handbuch zur Geschichte der mittelalterlichen volkssprachlichen Literatur im Raum von Rhein und Maas
Johannes Janota
Der Untertitel, den Tervooren für seine außerordentlich verdienstvolle Darstellung in angenehmer Bescheidung gewählt hat, warnt bereits auf Buchdeckel und Titelblatt vor unangemessenen Erwartungen: Es handelt sich um ein ‘Handbuch zur Geschichte der mittelalterlichen volkssprachlichen Literatur im Raum von Rhein und Maas’ und nicht um eine ‘Geschichte der mittelalterlichen Literatur’ in den nideren landen. Das Werk ist zwar deutlich dem gegenwärtigen Trend zur regionalen Literaturgeschichtsschreibung verpflichtet, aber für eine Literaturgeschichte im herkömmlichen Sinn vermag Tervoorens energischer und in vielerlei Hinsicht bewundernswerter Vorstoß auf ein Terrain, das bislang von zwei Nationalphilologien okkupiert war, erst die unerläßlichen Grundlagen zu legen. Dabei zählt die Überwindung der unangemessenen nationalphilologisch orientierten Sichtweise auf diesem Gebiet, die der Autor in zahlreichen Beiträgen (vgl. das reichhaltige Literaturverzeichnis) seit langem angemahnt hat, zu Tervoorens Hauptverdienst.
(Seite 364 - 368)
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