BESPRECHUNGEN / ALLGEMEINES
Hermanni Werdinensis Hortus deliciarum cura et studio Pauli Gerhardi Schmidt adiuvantibus H. Mundt et M.-L. Weber. / Hermanni Werdinensis Hortusus deliciarum curante CTLO (Centre Traditio litterarum occidentalium)
Benedikt Konrad Vollmann
Im Jahr 1225 machte sich Hermann, Mönch der Benediktinerabtei Werden/Ruhr, daran, eine lateinische Versfassung des ‘Buches der Sprüche’ samt Auslegung zu erstellen. Am 25. März 1226 war das Werk mit seinen 9589 Versen (4761 Distichen + 67 Hexametern) vollendet.
Etwa ein Vierteljahrhundert zuvor hatte Petrus Riga seine Bibelversifikation ‘Aurora’ herausgebracht, die große Teile des AT und NT enthielt, nicht jedoch die Weisheitsbücher. Diese Lücke suchte Hermann wenigstens teilweise zu schließen. Aber während Petrus’ Dichtung zur beliebtesten Bibelversifikation des Mittelalters wurde (ca. 250 Handschriften), blieb Hermann ein vergleichbarer Erfolg versagt: Nur zwei Textzeugen sind überliefert, eine Handschrift des 13. (B) und eine des 15. Jahrhunderts (H). Dies mag wohl mit der ermüdenden Länge des Werks zusammenhängen. Petrus hatte in gut 15000 Versen fast alle historischen Bücher des AT, dazu Hiob, Hohelied, Daniel, die Evangelien und die Apostelgeschichte bearbeitet, während Hermann mit seiner Versifizierung der vergleichsweise bescheidenen ‘Proverbia’ fast zwei Drittel des ‘Aurora’-Umfangs erreichte. Text und Autor blieben denn auch lange Zeit vergessen. Erst im 19. Jahrhundert druckte Jean Baptiste Pitra Auszüge aus dem ‘Hortus’ ab; das vollständige Werk wurde nunmehr von Paul Gerhard Schmidt in einer kritischen Ausgabe vorgelegt und von Paul Tombeurs Arbeitsgruppe in bewährter Weise erschlossen: gedruckte Wortformen- und Häufigkeitsliste, Konkordanz und rückläufige Wortformenliste auf Mikrofiches.
Etwa ein Vierteljahrhundert zuvor hatte Petrus Riga seine Bibelversifikation ‘Aurora’ herausgebracht, die große Teile des AT und NT enthielt, nicht jedoch die Weisheitsbücher. Diese Lücke suchte Hermann wenigstens teilweise zu schließen. Aber während Petrus’ Dichtung zur beliebtesten Bibelversifikation des Mittelalters wurde (ca. 250 Handschriften), blieb Hermann ein vergleichbarer Erfolg versagt: Nur zwei Textzeugen sind überliefert, eine Handschrift des 13. (B) und eine des 15. Jahrhunderts (H). Dies mag wohl mit der ermüdenden Länge des Werks zusammenhängen. Petrus hatte in gut 15000 Versen fast alle historischen Bücher des AT, dazu Hiob, Hohelied, Daniel, die Evangelien und die Apostelgeschichte bearbeitet, während Hermann mit seiner Versifizierung der vergleichsweise bescheidenen ‘Proverbia’ fast zwei Drittel des ‘Aurora’-Umfangs erreichte. Text und Autor blieben denn auch lange Zeit vergessen. Erst im 19. Jahrhundert druckte Jean Baptiste Pitra Auszüge aus dem ‘Hortus’ ab; das vollständige Werk wurde nunmehr von Paul Gerhard Schmidt in einer kritischen Ausgabe vorgelegt und von Paul Tombeurs Arbeitsgruppe in bewährter Weise erschlossen: gedruckte Wortformen- und Häufigkeitsliste, Konkordanz und rückläufige Wortformenliste auf Mikrofiches.
(Seite 331 - 335)
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